Erster Partner des Biosphärenreservats

Auszug aus der Rheinpfalz, Kreis Südliche Weinstrasse, vom Montag, 9. Februar 2004
 

Verleihung Partner des Biosphärenreservats

Als Biosphären - Partnerbetrieb ausgezeichnet (von links): Umweltministerin Margit Conrad, Winzer Wolfgang Beiwinkel und die Kreis- Chefs Rolf Künne (Kaiserslautern) und Theresia Riedmaier SÜW)

 

Ein neues Hofschild ziert seit Samstag den Eingang des Edenkobener Weinguts Schneider-Beiwinkel. Besonders daran ist nicht nur, dass es von der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Margit Conrad und Theresia Riedmaier, Landrätin der Südlichen Weinstraße, persönlich angeschraubt wurde. Sondern auch, dass es auf den ersten Partnerbetrieb des Biosphärenreservates Pfälzerwald - Nordvogesen hinweist.

Das Schild verdeutlicht einerseits, dass in dem Betrieb ökologisch gewirtschaftet wird und er einen maßgeblichen Teil dazu beiträgt, dass die Kulturlandschaft im Bereich des Biosphärenreservates erhalten bleibt. Gleichzeitig könne das Weingut mit dem Logo des Biosphärenreservates werben, sagte Conrad, als sie am Samstag in Edenkoben das erste Prädikat „Partnerbetrieb“ verlieh. Das gelte im Gegenzug auch für den Pfälzerwald und die Nordvogesen. Davon profitierten beide Seiten. Außer dem Edenkobener Weingut Schneider-Beiwinkel zählen zunächst zehn weitere Weinbaubetriebe zu den Partnern.
Bei elf Betrieben dürfe die Entwicklung aber nicht aufhören, gab Rolf Künne, Landrat im Kreis Kaiserslautern und Vorsitzender des Vereins „Naturpark Pfälzerwald“ als Träger des Biosphärenreservats, zu bedenken. Außer im Weinbau könnten weitere Partner in der Landwirtschaft, in der Gastronomie und im Forst gefunden werden. In Restaurants sollten beispielsweise regionale Speisen und Getränke auf den Tisch kommen. Das Holz aus dem Pfälzerwald und den Nordvogesen könne gezielt in Sägewerken weiterverarbeitet werden.
„Wir wollen ökologisch anerkannte Produkte der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen“, wünschte sich Wolf gang Beiwinkel vom Weingut Schneider-Beiwinkel. Ökologische Produkte seien keineswegs nur für "Körner-Fresser" gedacht, betonte er.
Umweltministerin Conrad bezeichnete es als Ziel, die "Natur durch Nutzen zu schützen". Die beteiligten Betriebe könnten dabei deutlich machen, wie Ökonomie und Ökologie miteinander einhergehen. Auf diese Weise entstünden „ausgesprochen erfolgreiche Existenzen“. Mit der Vermarktung regionaler Produkte lasse sich auch der ökologische Gedanke fördern. sagte Landrätin Riedmaier.
Sie betonte. dass auch Teile der Weinstraße und des Haardtrandes zum Naturpark gehörten. Daher sei es wichtig, Partner aus dem Weinbau in das Projekt einzubeziehen. Das grenzüberschreitende Biosphärenreservat an sich sei einzigartig, ergänzte Conrad. Es sei das erste seiner Art in Europa und verfüge unter anderem über eine weitläufige Waldlandschaft. „Der Landesregierung liegt dieses Projekt sehr am Herzen“, beteuerte sie. Die Patenschaft für die Partnerbetriebe hat Ministerpräsident Kurt Beck übernommen.
Stadtbürgermeister Werner Kastner freute sich, dass der erste Partnerbetrieb in Edenkoben beheimatet ist. Dabei handle es sich um ein „anerkanntes und beliebtes Weingut“, sagte er. Die Edenkobener Weinprinzessin Sandra Beck schloss sich den vielen guten Wünschen an. Bläser der Kreismusikschule gestalteten den musikalischen Rahmen im Hof des Weingutes. (tkn)

 

 

Bioland Weingut Schneider / Beiwinkel